Tasmanien

Tasmanien

15.10.2003 - E-Mail von Tasmanien

Wir wollten uns nur kurz melden, dass wir heil mit dem Schiff angekommen sind und Tasmanien sehr sehr schön ist.

22.10.2003 - E-Mail von der Coles Bay - Tasmanien

Nachdem wir in Melbourne im Viktoria Market waren und im Stadtviertel Fitzroy noch etwas in den Geburtstag von Nini reinfeierten, fuhren wir am Freitag mit dem Schiff "Spirit of Tasmania" über Nacht 15 Stunden nach Tasmanien über die sogenannte Bass Strait. Man muss hier unbedingt im voraus buchen und sollte die Saisonzeiten beachten, denn das Auto ist nicht immer frei zum Mitnehmen und die Preise ändern sich auch. Wir haben eine gute Saison erwischt und somit durfte der Jockl auch mit uns mitfahren und das auch noch umsonst. Nachdem wir unser Auto sicher im unteren Teil des Schiffes abgestellt hatten, machten wir uns daran, das Traumschiff zu erkunden. Auf diesem Boot fehlt es wirklich an nichts. Restaurant, Bars, Kino, Schlafkabinen, Shops, Casino, alles. Wir buchten aber nur einen Sitzplatz, da das billiger ist und los gings. Leider hatten wir eine sehr unruhige See und somit war mal wieder nicht viel mit Schlafen. Mittendrin meinte man echt man fliegt, solche Wellen waren das. Mit flauem Magen kamen wir um 8 Uhr morgens in Tasmanien, früher Van Diemens Land genannt, an. Dort war es richtig warm und sonnig. Ja mei, wenn Engel reisen...!

Erwin und Margret

Tag 1
Tassie wie es auch genannt wird ist nicht so gross und misst "nur" etwa 350 auf 300 km aber durch die vielen Berge sollte man seine Fahrzeit nicht zu kurz berechnen. Wir machten uns gleich auf den Weg, ca. 250 km nach Hobart, der Hauptstadt der Insel, mussten aber zwischendrin halten, weil uns die Augen zufielen. Endlich angekommen, fuhren wir gleich nach Moonah, einem Vorort von Hobart, wo wir uns als Besuch bei Erwin und Margret ankündigten. Die beiden sind vor langer Zeit aus dem schönen Loisachtal nach Tasmanien ausgewandert und sind Verwandte des Münsinger Damenfussballtrainers. Gerade angekommen, wurden wir auch schon mit deutschen Leckereien bekocht und auch noch im Haus einquartiert. Wir blieben 1 Woche bis Sonntag und wurden sehr verwöhnt mit lecker Essen und erste Klasse Reiseführer.

Tag 2
Wir fuhren in den Mt Field Nationalpark, wobei wir aber nicht ganz hoch fahren konnten, da dort Schnee liegt. Wir wanderten einen Rundweg, der uns an einigen Wasserfällen vorbeiführte, wie Russell Falls, Lady Barron Falls und alle sehr voll mit Wasser. Der Park ist eher klein und sehr schön, da er sehr vermoost ist. Natürlich hatte Margret auch an eine Brotzeit gedacht und frischgestärkt fuhren wir wieder zurück, vorbei an blühenden Apfel-, Kirsch- und Birnbäumen, Hopfen, Schafen und vielen Bergen.

Tag 3
Heute gings an die Südküste Richtung Southport. Dort sind die Hasting Caves (Tropfsteinhöhlen) und die Thermal Springs (Heiße Quellen). Die Caves sind sehr schön und ewig weit, Glühwürmchen, Cave-Spinnen und Blutegel, haben wir alles gesehen, bevor wir nach wieder einmal leckeren Brotzeit in die warmen Quellen hüpften. Heiß wäre übertrieben. Dort führt auch ein Rundweg am Fluss vorbei, wo man die Entstehung der Quellen sehen kann. An einer Flusszweigung kommt tatsächlich von einem Flussarm kaltes und vom anderen warmes Wasser dass sich dann vermischt. Zurück gings über Huonville und Dover, wo wir Sauerteigbrot kauften. Eigentlich nichts ungewöhnliches, nur dass es das in Australien nicht zu oft gibt. Zum Kaffee gings noch zum Sohn der beiden.

Port Arthur Port Arthur Port Arthur
Port Arthur Port Arthur

Tag 4
Port Arthur ist ein Ort im Tasman Nationalpark. Dorthin fuhren wir zur Tasman Peninsula, wo wir an schönen Stränden hielten, Eaglehawk Neck mit den berühmten Lavagestein, der Tasman Arch, Devils Kitchen, Blow Holes und wieder mal überall viele Berge. Port Arthur ist bekannt durch sein Gefängnis, dass im 18. Jahrhundert über 20.000 Gefangene hatte. Es ist noch sehr gut erhalten und man kann durch Gefängnisse, Krankenstätte, Aufseherhäuser durchgehen. Wir machten eine Bootstour, vorbei an der Isle of Dead, wo der Friedhof der Gefangenen war, und wir waren in der Kirche, die nie fertiggestellt wurde, da sich dort einer umgebracht hat. Aus Port Arthur konnte man sehr schlecht fliehen, da es auf einer Halbinsel liegt und am engsten Punkt wurden früher sogenannte Bluthunde eingesetzt, um die Gefangenen aufzuhalten. Wie schon die Tage zuvor hatten wir mal wieder ein Traumwetter.

Tag 5
Heute spazierten wir etwas in Hobart herum, der zweitältesten Stadt Australiens. Hier wurde das erste Casino gebaut, das als eher einziges hohes Gebäude schon von weitem sichtbar ist. In Hobart sind durch die vielen Berge alle Häuser an den Hang gebaut. Cadburry Chocolatefactory, Cascade Bierbrauerei und Museum sind hier zu besichtigen.

in Richmond in Richmond Tag 6
Heute besichtigten wir Richmond, eines von vielen alten Dörfern in Tasmanien. Hier steht die älteste Steinbrücke und auch älteste Kirche Australiens. Durch die Hauptstraße kann man in viele Gebäude reingehen und viele Souvenirs kaufen. Sehr nett.
Tag 7
Der Berg ruft und wir fuhren auf den Mt Wellington, von dem man eine gute Sicht auf Hobart und das Meer hat. Sogar Schnee war dort oben und wir machten gleich unsere erste Schneeballschlacht seit über einem Jahr. Zurück machten wir noch Halt bei der Tochter, die in einem riesen Anwesen am Berg wohnt.
Mt Wellington Mt Wellington
Salamanca Market Salamanca Market
Salamanca Market Salamanca Market
Tag 8
Heute ist Samstag und das heißt in Hobart auf den Salamanca Market gehen. Dort gibt es alles. Souvenirs, Kunst, Obst, Gemüse, und lecker Essen. Wir besuchten noch ein paar alte Viertel der Stadt und am Nachmittag gings in den Botanischen Garten. Sehr schön angelegt mit Chinasektion, Kräutergarten, Antarktishaus und sehr vielen Picknickplätzen.

Tag 9
Heute fuhren wir von unserer Superunterkunft weg, um die Ostküste und den oberen Teil Tassies zu erkunden. Durch Berge und grüne Wiesen fuhren wir an die Ostseite der Insel zur Coles Bay im Freycinet Nationalpark, aber mehr davon beim nächsten Mal.
Freycinet Nationalpark
01.11.2003 - E-Mail aus Tasmanien
Freycinet Nationalpark Freycinet Nationalpark Freycinet Nationalpark an der Ostküste an der Ostküste an der Ostküste
Tag 10
Coles Bay Freycinet Nationalpark mit der berühmten Wineglass Bay. Man musste erst die Berge hoch und wieder runter wandern, um dann auf die Wineglass Bay schauen zu können, aber die Anstrengung wars wert. Man kann noch runter an den Strand und dort entlang, aber wir fuhren weiter an der Ostküste hoch Richtung St Helens. Man muss ja nicht übertreiben. Die Ostküste Tasmaniens ist sehr schön, überall weiße Strände und türkisblaues Wasser. In St Helens fuhren wir zur Binalong Bay bei Bay of Fires, wo wir über Nacht blieben. Wieder mal direkt am Strand, mit Lagerfeuer und frei.

Tag 11
Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir weiter die Küste hoch und dann ins Landesinnere nach Launceston, der zweitgrössten Stadt Tassmaniens dem Land Under Down Under. Der Weg dorthin führte uns auf die höchsten Berge und alles wieder runter und wieder rauf. Armer Jockl. Launceston ist sehr gemütlich und so blieben wir über Nacht.

Tag 12
Weiter am nächsten nach Devonport vorbei am Tamar Valley. Das ist eine Flusszweigung die sehr reich an Weingebieten und Lavenderfarmen ist. Auch ein Schweizer Dorf gibts dort zu sehen, ist aber weniger spektakulär. Wieder bergauf bergabendlich in Devonport angekommen campten wir am leuchturm direkt am Meer.

Tag 13
Heute gings die Nordküste entlang, vorbei an Burnie wo überall Pinguine hausen nach Strahan wo der "Nut" steht. Das ist ein Vulkanstein der dem Uluru etwas gleicht nur viel viel kleiner. Man kann dort steil raufklettern oder mit der Seilbahn hoch fahren. Strahan ist ein sehr nettes kleines Fischerdorf wo man auch lecker frischen Fisch essen kann. Aber wir Profianglers fangen den natürlich selbst.
Strahan am Nut
Tag 14
Heute war es eher gemütlich und wir fuhren nur der Küste entlang nach Ulverstone auf einem Camper.

Lake Barrington Lake Barrington Lake Barrington Lake Barrington Lake Barrington Tag 15
Nach dem Faulenzen von gestern gings heute wieder hoch hinauf zum Lake Barrington. Dort ist eine internaionale Ruderwettkampfstätte mittendrin von Bergen umgeben. Weiter durch Gebirge zu den Cradle Mountains im gleichnamigen Nationalpark. Dort machten wir uns gleich daran den 8 km langen Rundweg um den Dove Lake. Super. Durch Regenwald und Wildness und immer die schneebedeckten Berge im Nacken. Da die Unterkünfte dort sehr teuer sind und es so kalt war, entschlossen wir uns, gleich weiter nach Zeehan zu fahren. Eigentlich könnte man von dort den Overland Track gehen. Der startet am Lake Dove und geht weiter über Berge nach Lake St Clair. Dauert etwa 4-5 Tage aber für uns ist das nichts gewesen, da wir für den vielen Schnee nicht ausgerüstet waren.

Nelson Falls Hobart

Tag 16
Die Westküste ist nicht so schön wie die Ostküste, sehr rau und grau. Nachdem eh in Strahan Schluss ist mit Strassen da dort die Wilderness beginnt mussten wir wieder ins Landesinner über Queenstown und einem kurzen Walk bei den Nelson Falls zum Lake St Clair. Dort ist aber Übernachten nur etwas für Reiche und somit sind wir weiter gefahren und wieder in Hobart angekommen. In Cambridge, einem netten Vorort mit alten Häusern, fanden wir dann eine Unterkunft.

Tag 17
Den Tag verbrachten wir nochmal in Hobart mit Bummeln, Hafen anschauen, Whisky Tasting, Cascades Brauerei und Museum.

Devonport Devonport Devonport Tag 18
Heute gings zurück nach Devonport wo wir abends die Fähre zurück nach Melbourne nehmen sollten. Wieder durchs Landesinner über Great Lake und nochmal kurz zum Strand am Port Sorell checkten wir den Jockel um 20.00 Uhr ein. Beim Herkommen haben sie uns ja das ganze Gemüse weggenommen. Da wir in Melbourne noch kontrolliert wurden wegen der Lebensmittelkontrolle und sie nichts fanden da wir alles versteckt haben, dachten wir können wir wieder alles rasuholen bevor wir vom Schiff gingen aber die Tasmanier kontrollierten nochmal und somit waren Orangen, Zwiebel, und Kartoffeln weg. Diesmal gabs keine Kontrolle mehr, dafür mussten wir unsere Gasbottle abgeben und unseren Benzinreservekanister ausleeren. Wieder bekamen wir nur den Sitzplatz, da das am billigsten ist, aber diesmal lümmelten wir uns auf den Loungesofas in der Bar hin, wo alle anderen sich auch einen Platz suchten. Eigentlich stand dem Schlaf nichts mehr im Wege, bis Alex enorme Magenprobleme bekam, wahrscheinlich wieder mal so ein Virus. Nächste Morgen 7 Uhr früh Ankunft in Melbourne.
Kleiner Tipp: Es lohnt sich für Tasmanien den 2 Monat gültigen Nationalparksausweis für 33 Dollar zu kaufen.