Juhu, wir sind in Adelaide !!!

25.09.2003 - E-Mail aus Adelaide
Von Margaret River nach Adelaide
Nullarbour Nullarbour Von Esperance fuhren wir mit wechselnden Gefühlen weg. Wird das Auto halten oder nicht aber der Jockl der hats uns gezeigt. Ohne Probleme sind wir in Adelaide angekommen. Erste Station nach Esperance war Norseman. Dort haben wir nur schnell getankt und weiter. Das wäre die richtige Stadt für eine Geisterbahn. Unheimlich. Von da geht dann die Nullarbour los. Erstes Schild: Wildlife next 1150, also Augen auf wegen Kanguhs, Kamelen, Wombats und Emus. Zweites Schild: Adelaide 1986 km. Alle Kilometerangaben sind die Entfernungen von einem Roadhouse zum anderen, denn was anderes gibt es ja hier nicht. Wir fuhren am ersten Tag über 550 km und übernachteten an einem 24-Stunden-Rastplatz. Davor hatten wir schon die Hälfte von einer der längsten Geraden der Welt mit 145 km abgerattert. Da schläft man echt ein, keine Kurve, kein Hügel, kein Baum, nichts.
Auf den Rast-Areas ist es immer ganz gemütlich weil es umsonst ist, man Feuer machen kann und weil oft einige andere Reisende hier auch halten zum schlafen. Wir suchten aber vorher schon einige Zeit, dass dort auch jemand anderes steht, sonst ist es eher gefährlich. Hier trafen wir auch unseren ersten Radfahrer(!!), der die Nullarbour überquert. Wahnsinnig ist des. Wir machten uns ein Lagerfeuer und genossen den Sonnenutergang im Outback. In der Nacht ist es hier ganz schön kalt, obwohl es am Tag superheiß ist. Rast-Area Rast-Area
Border Village Border Village Nächster Tag 6 Uhr auf und weiter gehts. Nach Cooklepiddy überquerten wir die erste Timezone, wo wir 45 Minuten vordrehen durften. Ist schon lustig, wenn man in Urlaub fliegt und dann die Zeit anders ist und hier fährt man einfach durch. Sollte nicht die erste sein, denn wir fuhren nach Border Village gleich durch die zweite und wieder wurden uns 45 Minuten weggeschnappt. Border Village ist die "Grenze" zwischen Western Australia und South Australia. Wenn man von Ost nach West über die Grenze fährt wird man hier nach Obst, Gemüse und Pflanzen durchsucht. Unser Checkpoint also für Reisende von West nach Ost ist dann erst in Ceduna, ein paar hundert Kilometer weiter. Die wollen dadurch nicht die Fruit Fly's (Fliegen) von einem Staat in den anderen bringen, äußerst seltsam.
Wir blieben gleich die Nacht in Border Village, denn heute war nicht unser Tag. Als erstes ist uns, als wir mittags Brotzeit machten, der Schlauch vom Gaskocher unterm Kochen abgegangen und schwupps die wupps hat der Jockel innen gebrannt. Wir löschten zwar schnell alles mit kostbaren Wasser aber die Matratze, die Schlafsäcke und unser Essen sind verkokelt. Dann sind uns auch noch a paar Flascherl unseres Selbstgebrauten explodiert sodass der Jockel nicht nur nach Rauch, sondern auch noch nach Bier stank. Wir fuhren wieder auf den Highway aber es war so windig und so heiß, dass wir die Fahrt für den Tag in Border Village beendeten. Die hatten einen kleinen Pool, den wir gleich ausnutzten, uns von der Hitze zu erfrischen.
Nächster Tag - neues Glück. Und des hatten wir dann auch. Wir fuhren nach "Head of Bight", das ist eine kleine Bucht etwas abseits vom Highway im Aboriginalland. Dort sollten nämlich 13 Wale auf uns warten. Man muss 6 $ zahlen, damit man das Land befahren darf und steht dann am Felsen und kann die Kolosse etwa 10 m entfernt vorbeischwimmen sehen. Super! Die kommen hier jeden Winter hoch von der Antarktis um ihre Babys zu bekommen und aufzuziehen, bevor sie wieder runter ziehen, um Nahrung aufzunehmen. Die schwammen mit ihren Kälbern, so heißen die Babys ein paar mal vorbei oder ein paar sprangen hoch oder sangen. Die großen Wale drehten sich dann oft mit dem Bauch nach oben und spielten mit ihren Flossen. Echt schön zum anschauen. Bevor sie ihre Heimat, den Südpol, verlassen, fressen sie sich mit Plaktons voll, sodass sie den ganzen Winter ohne weitere Nahrungsaufnahem bleiben können.
Wale Wale Wale Wale Wale
Wieder zurück auf der Straße trafen wir auch noch zwei Fußgänger(!!), die ebenfalls die Nullarbour überqueren wollen. Nicht zu glauben! Seit wir in South Australia sind, ist es auch wieder "grüner" und man sieht mehr Küste, so dass die Fahrt nicht so eintönig ist. Auch haben wir festgestellt, dass es hier fast keine toten Kanguhs am Straßenrand mehr gibt. Liegt es an den Aboriginals, die hier wieder mehr leben?! Wir wissen es nicht. Dafür sind hier mehr Schlangen und Lizzards, die man überfahren kann. Nachdem wir vermeiden wollten, in Ceduna stehen zu bleiben wegen den vielen schreienden Wilden, machten wir in Pennong halt. Essen, schlafen und weiter am nächsten Morgen um 6 Uhr. In Ceduna ist dann eben die Kontrolle der Lebensmittel. Man fährt da zu dem Checker hin und der fragt dann, ob man Obst oder Gemüse dabei hat, schaut noch kurz in die Esky (Kühlbox) und das wars. Sehr gewissenhaft der junge Beamte. Somit hat er nicht unsere Zwiebel, Knoblauch, Zitrone und Orangen gefunden.

Haustransport

Wir fuhren weiter Richtung Port Augusta, wo wir mal wieder einen gemütlichen Camper in Anspruch nahmen. Hier beginnt schon die Flinders Range, die sich an Port Augusta ins Outback reinschlängelt. Das ist eine Gebirgskette mit vielen Wildblumen im Frühling. Nächster Morgen: Endspurt nach Adelaide. An grünen Wiesen vorbei und wieder alle 50 km Tankstellen. Mitten drin kam uns ein Auto mit Warnlicht entgegen und wir dachten wieder einer von den vielen Trucks die "Oversize" (übergröße) haben. Für gewöhnlich nicht tragisch, weil die nur etwas länger oder ein wenig breiter sind. Also dachten wir uns: Normal weiterfahren. Doch als wir über die Kuppe fuhren, kam uns ein Truck entgegen mit einem ganzen Haus als Ladung. Der Jockl Vollbremsung betätigt, rein in den Graben und Fotos schießen.

Das war kurz vor dem Ort Snowtown. Der ist in der letzten Zeit etwas in die Schlagzeilen geraten, da dort vor etwa 2 Wochen ein Serienkiller geschnappt wurde. Der hatte die Leichenteile von 12 Menschen unter anderem auch Backpacker in den Vorgärten des Dorfes begraben. Schaurig! Unser Resume über die Nullarbour: Endlos lange aber lange nicht so schlimm wie der obere Teil Australiens von Cairns nach Darwin. Eher gemütlich. Nun sind wir in Adelaide, das uns auf den ersten Blick recht gut gefällt. Viele alte antike Häuser und ein Traum von Botanischen Garten. Der ist riesengroß, umsonst und wir "müssen" immer durch ihn durch spazieren, um von unserem Camper in die Stadt zu kommen.

Wir melden uns erst in ca. 2 Wochen wieder und dann gibts eine Überraschung!!

Bis dann!