06.05. - 23.05.2003
Abenteuer Outback von Cairns nach Darwin

09.05.03 - kurze Info per E-Mail
Haben in Cairns nichts bekommen zum arbeiten und sind jetzt über die Atherton Tablelands quer durchs Outback an die 1200 km gefahren. Erst über Savannah Highway bis Normanton. Super aufregend, meist nur einspurig und teilweise ungeteert. Jede Menge Kanguhs und wenig Gegenverkehr. Ca. jede halbe Stunde kommt mal ein Auto entgegen und alle 200 km ein Haus, wo dann immer eine Tanke dabei ist. Dann weiter über den Matilda Highway runter bis Cloncurry. Das selbe Bild: Einspurig, viele tote Tiere, Geier und überall nur roter Sand. Der Jockel schaut aus! Jetzt sind wir noch nach Mt Isa über den Overlanders Highway gefahren. Von dort geht es 1600 km weiter durchs Outback nach Darwin, das dann auch schon im Bezirk Northern Territory liegt. Also werden wir uns in der nächsten Zeit nicht all zu oft melden.
Nur eins im Voraus, Das Outback ist traumhaft !!!
Infos über Mount Isa
14.05.2003 SMS
Wir saßen seit Tagen im Outback fest. Der Jockel fährt nicht mehr und auf der Fahrt von der Werkstatt zur Unterkunft hielt uns auch noch die Polizei an, weil wir keine Gurte dran hatten. Des ist teuer!!! Diese Gegend liebt uns nicht. Wir sind in Katherine - Northern Territory, acht einhalb Stunden Zeitunterschied.
Infos über Katherine
19.05.2003 SMS (Antwort auf Anfrage)
Ja, wir leben noch! Wir sitzen immer noch wegen dem Jockel fest. Wenn alles gut geht, können wir Montag oder Dienstag weiter nach Darwin fahren.
Lieben Gruß Alex und Nini
23.05.2003 Vorab-E-Mail
Wir sind wieder zurück aus dem Outback und die Zivilisation hat uns wieder!!!
24.05.2003 Reisebericht
Also, es gibt viel zu berichten. Los gehts bei den Atherton Tablelands. Die sind bei Cairns im Landesinneren und traumhaft schön. Hat scho a bisserl was von uns daheim und saukalt ist da teilweise schon. Ist irgendwie witzig, da man ewig lang vom tropischen heißen Cairns den Berg hochfährt und dann schon ein total anderes Klima herrscht. Alles ist grün und es gibt tausende von Wasserfällen zu besichtigen. Campten am Lake Eacham, mitten im Regenwald, wo es so saukalt war, dass wir die Mützen rausholten. Gott sei Dank war da ein Campkitchen mit Holzfeuerofen, den wir sofort anzündeten und wo wir es uns gemütlich machten. Früh morgens fuhren wir dann von einen schönen Wasserfall zum anderen. Hier gibt es einen Wasserfall-Circuit, da fährt man ca. 15 km eine Runde und kommt nacheinander zu drei Wasserfällen, dem Milla-Milla-Falls, dem Zillie-Falls und dem Elijah-Falls. Die Rundfahrt hat uns besonders gut gefallen. Da wir schon früh morgens los sind, beschlossen wir, das Abenteuer Outback zu starten.
Wir fuhren nach Mt. Surprise, wo der sogenannte Savannah-Highway beginnt. Dieser führt von Cairns bis rüber nach Broome. Zuerst führt er nach Normanton und ab da kann man nur noch mit 4WD (das heißt 4 Rad Antrieb) die Küste weiterfahren. Bis Normanton sind es von Mt. Surprise ca. 550 km und wir fuhren die Strecke in 2 Tagen. Die Straße ist zwar meist geteert, aber es geht oft nur einspurig. Es ist ganz witzig, wenn Gegenverkehr kommt. Und dann auch noch die Roadtrains, das sind Trucks mit bis zu vier Anhängern hinten dran. Ganz schön mächtig. Die Erde ist hier rot und überall liegen totgefahrene Tiere wie Kanguhs, Esel oder Kühe herum, um die dann ständig gierige Adler kreisen. Die Nächte sind angenehm kühl und am Tag brennt es runter wie blöd. In Normanton angekommen, gingen wir erst mal in einen Pub. Außer einem netten Canadier, der uns gleich auf einen Canada-Trip einlud, waren da nur besoffene Aborigines. Manchmal ist es echt unheimlich hier, wenn die rumstreunen. Die arbeiten alle nichts, da sie vom Staat Geld bekommen und das dann versaufen. Wir hatten uns das nicht so vorgestellt, aber das ist echt krass. Die schreien rum und betteln jeden an. Die Australier reden auch alle nicht wirklich gut über die Aborigines.

Weiter gings über den Mathilda-Highway runter nach Cloncurry. Wieder an die 550 km nur roter Sand und einspurige Straßen, wo einem oft eine halbe Stunde lang nichts entgegenkommt und nur öde Steppe ist, die alle 50 km ein anderes Bild bringt. Alle 200 km ist ein Roadhouse, wo man tanken und auch ein Snack zu sich nehmen kann. Sonst ist kein Haus weit und breit zu sehen. Von Cloncurry weiter nach Mt. Isa und dann zu den Three Ways, wo drei Straßen aufeinander treffen, verläuft der Overlander-Highway, den die meisten benutzen, weil er quer rüber führt und auch zweispurig ist. In Three Ways treffen sich die drei Straßen: Von Darwin oben runter, von Alice Springs bzw. Adelaide unten rauf und von der Ostküste rüber. Das Ist ein Treff für die vielen Hitchhiker (Tramper), die dort in die entsprechenden Trucks wechseln die sie an den richtigen Ort bringen. Wir fuhren von Mt. Isa 670 km etwas runter nach Tennant Creek, wo es aber so unheimlich war, dass wir froh waren am nächsten Tag wieder weiter fahren zu können. Gleiches Bild wie überall im Outback, betrunkene Aborigines, die nur rumschreien. Hier waren auch alle Geschäfte vergittert, wie in einem Gefängnis. Weiter gings über Stuart-Highway in Richtung Darwin. Hier sind sogar ein paar Verrückte unterwegs, die tatsächlich mit dem Fahrrad das Outback durchfahren. Wahnsinn!
Nach 370 km wollten wir mal wieder tanken und eine kurze Pause in Dunmarra, einem Roadhouse machen, da springt der Jockel nicht mehr an. Wir riefen den RACQ an (sowas wie bei uns der ADAC), der dann auch nach 3 Stunden Warten endlich kam. Er brachte uns 50 km weiter zu einem weiteren Roadhouse in der einsamen Steppe, wo zumindest eine Werkstatt war, aber sonst auch nichts und vertröstete uns auf den nächsten Tag, an dem er sich den Gauner dann mal anschaut. Leider fehlte dem Jockel mehr und der Mechaniker musste ein Ersatzteil besorgen, was aber etwas dauert, da man ja im Outback ist und die Teile erst von größeren Stadten gebracht werden müssen. Nach drei Tagen meinte er, wir sollten in die nächste größere Stadt Katherine fahren und da nochmal eine Werkstatt aufsuchen. Wir saßen also drei Tage mitten in der Pampa, wo 200 km ringsrum nichts ist außer roter Sand. Dazu kam noch, dass Nini eine Woche Durchfall und Spuckerei hatte und bei der Hitze auch keine Flüssigkeit zu sich nahm und somit war die Stimmung auf dem Tiefpunkt.
Endlich fuhren wir nach Katherine weiter und waren froh, den Jockel heil hingebracht zu haben. Gleich zur ersten Werkstatt, aber die meinten, das einzige was wir noch machen könnten, ist versuchen, ihn zu verkaufen und dann sollten wir froh sein wenn wir noch was dafür bekommen. Damit wollten wir uns aber nicht abspeisen lassen und versuchten es bei der nächsten Werkstatt. Der meinte, der Jockel bräuchte einen neuen Motor. Da das die einzige Lösung war, stimmten wir dem zu. Wir hatten nun eine Woche Warten vor uns, da der Motor erst von Darwin runter kam. Wir fuhren mit dem Taxi in die City zu einem Campingplatz, wo wir ein Backpackerzimmer gebucht hatten. Auf dem Weg dorthin hielt uns plötzlich die Polizei auf und fragte saublöd, ob wir uns in Deutschland nicht angurten müssten. Sie erklärte uns, wie gefährlich es sei und gab uns mit einem Grinsen im Gesicht einen Wisch in die Hand, worauf stand, wir sollten doch jeder 110 $ bezahlen, also ca. 110 DM. Sie erklärte uns aber auch, dass wenn wir es nicht zahlen, bekommen wir eine Mahnung. Und falls wir dann immer noch nicht zahlen und wir irgendwann nochmal in Australien einreisen, weiss das der Computer und wir müssten es dann mit Zins und Zinseszins bezahlen. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Das Pech ging weiter: Das Zimmer war unter aller Sau. Nicht mal eine Kakerlake wollte dort wohnen. Also nahmen wir uns ein anderes, dass aber auch teurer war. Naja, man muss sich auch mal was leisten nach den Strapazen. Wir spülten erst mal die ganzen Erlebnisse mit reichlich Alkohol runter.
Katherine ist genauso schrecklich, wie Tenannt Creek. Überall betrunkene Aborigines. Allein sollte man da nachts nicht unterwegs sein. Am nächsten Tag nahmen wir uns einen schönen Backpacker und warteten auf den Jockel. Eine Woche lang. Viel gibts in Katherine nicht zu tun, vor allem nicht ohne Auto. Als der Jockel dann fertig war, meinte der Mechaniker, wir sollten noch eine Nacht hier bleiben und am Morgen rund um Katherine fahren. Wenn alles in Ordnung sei, könnten wir weiter. In der Nacht brach dann ein Aborigine in einem Zimmer unter uns ein und erschreckte den ganzen Backpacker. Wir stürmten raus und hatten eigentlich nur noch Angst wegen dem Jockel. Des hätt noch gefehlt, wenn sie ihn auch noch aufgebrochen hätten. Mit Schlaf war es dann erst mal vorbei in dieser Nacht. Dafür konnten wir aber am nächsten Tag nach unserer Testfahrt endlich 330 km weiter nach Darwin fahren. Die Stadt ist sehr schön aber extrem heiß mit vielen Moskitos und Sandfliegen. Die sind so klein wie Flöhe und beißen schrecklich. Hier gibt es einen schönen Nachtmarkt am Mindil Beach mit superschönem Sonnenutergang im Meer. Dort gibt es viele internationale Essensstände, Livemusik und Schmuckstände. Ähnlich wie das Tollwood zu Hause in München. Hier bleiben wir noch ein paar Tage, bevor wir über den Kakadu Nationalpark weiter Richtung Westküste fahren.
Infos über Darwin