Ausflüge nach Alice Springs, zum Red Center, zum Kings Canyon im Watarrka Nationalpark, zum Ayers Rock (Uluru) im Uluru-KataTjuta Nationalpark Uluru
03.10.2003 - E-Mail aus Alice

Weißwurstessen Unser letzter Tag in Adelaide war sehr dramatisch, da wir ungefähr 3 Stunden in einem Reisebüro verbrachten, um unsere Überaschung zu bekommen. Entweder war Zug, Bus oder Tour voll. Endlich geschafft und dann auch noch am Central Market unsere ersten Brezen gefunden und auch noch Weisswürste. Also gekauft und am nächsten Morgen erst mal bayerisches Frühstück, bevor unsere lange Reise losging. Und zwar zum Red Center. Wir wählten die Reise mit Zug rein, Tour gemacht und mit Bus raus weil wir somit mehr Zeit sparen, komfortabler reisen und auch etwas Geld sparen. Jockl funktioniert noch wie ein Einser keine Angst.
Als erstes fuhren wir 19 Stunden die 1542 Kilometer nach Alice Springs mit dem Zug der sogenannten "The Ghan", einzige Zugverbindung von Nord nach Süd. Der Name kommt von der Erforschung etlicher Jahre bevor, als man mit afghanischen Kamelen versuchte eine Telegraphenstation von Adelaide nach Darwin zu bauen. Wir fuhren um fünf Uhr abends los und sollten um 12 Uhr mittags Alice erreichen. Der Zug an sich ist sehr komfortabel, allerdings hatten wir das Pech, dass wir in einem Abteil mit lauter Aboriginals waren, die stanken und nachts aus heiterem Himmel zum schreien anfingen. Nach drei Stunden Fahrt blieben wir plötzlich im Nichts stehen, um zwei Passagiere mit Taschenlampen aufzugabeln. Sehr seltsam hier alles. Wenn man aufs Klo musste, ging man auf die Toilette und musste erst suchen wo das Klo ist, bevor man sah, dass man es erst aus der Wand rausklappen musste, genau wie das Waschbecken. The Ghan The Ghan

Ankunft 12 Uhr mittags in Alice Springs bei angenehmen 36 Grad. Wir wurden gleich von einem Shuttlebus zu unserem Backpacker abgeholt. Alice ist gar nicht so schlimm, wie wir befürchtet hatten. Es sind schon viele betrunkene Aboriginals unterwegs, aber die Stadt selber ist sehr nett und sehr touristisch. Vor allem trifft man viele Deutsche. Alice ist so ein richtiger Durchgangsort, jeder macht nur eine Tour zum Rock und fährt wieder raus. Da am nächsten Tag um 6 Uhr früh unsere 3 1/2-Tages-Tour anfing, gingen wir sehr früh schlafen, was uns aber durch heftige Magenprobleme vermiest wurde. Abwechselnd gingen wir aufs Klo und verbrachten daher die halbe Nacht dort, weil wir eine nicht ganz so gute Salami gegessen hatten. Nächster Morgen mit noch etwas flauem Magen gings mit Wayward Tour und unserem Guide Thomas Richtung Red Center. Mit an Bord viele Engländer, Iren, eine Schweitzerin und zwei Österrreicher, insgesamt 22.

Jims Place Rainbow Valley Erstes Ziel war Rainbow Valley, allerdings der Mushroom Rock, das einzig spektakuläre, da das Land ziemlich trocken ist und außer roten Felsen nicht so viel zu sehen ist. Mushroom daher, weil der Fels durch sein vielschichtiges Gestein unten drin ewtas abbröckelt und daher die Form eines Schwammerls hat. Auf der Fahrt sahen wir viele Kamele und sogar einen kleien Twister. Nächster Stop Stuarts Well Raodhouse oder auch Jims Place. Sein Vater machte damals die ersten Touren zu Kings Canyon und baute auch die Straße dorthin und besitzt wahrscheinlich den einzigen klavierspielenden Dingo. Sobald einer Klavier spielt springt er auf die Tasten und fängt zum Jaulen an. Nicht sehr musikalisch aber eine Attraktion.
Weiter gings auf Stuart Highway in Richtung Watarrka Nationalpark mit Kings Canyon. Wir campten dort in Kings Creek Station, in einem sogenannten Swag. Das ist ein größerer Schlafsack mit "Kapuze" um sich vor Sandstürmen oder Regen zu schützen. Man schlüpft dort mitsamt Schlafsack hinein und kann somit frei unter den Sternen schlafen. Unser Führer machte uns am Lagerfeuer einen "Damper", das ein Brot ist und in der Glut des Feuers in einem extra dicken Eisentopf bäckt. Damper ist zwei Tassen Mehl eine Tasse Wasser und etwas Salz. Damit man merkt, ob es durch ist, haut man gegen den Topf und wenn es hohl klinkt ist es fertig. Dass wir viele Sternschnuppen sahen, müssen wir wohl nicht erwähnen.
Nächster Tag 5 Uhr raus und ab zum Kings Canyon, 6 km wandern. Kings Canyon ist eine Kleinform von Grand Canyon, gebildet unten durch die Stärke des Wassers und oben durch den Wind. Durch die Oxidation von eisenhaltigen Gestein ist die Schlucht sehr rot. Wir marschierten den Fels hoch und konnten dann an die 120 Meter bergab oder besser gesagt schluchtab sehen.
Kings Canyon Kings Canyon Kings Canyon Kings Canyon

MT Connor

Ab in den Bus und weiter 3 Stunden fahren, am MT Connor vorbei, der mindestens halb so spektakulär ist, wie der Ayers Rock, da er auch "wild " in der Wüste rumsteht aber sehr wenig bekannt ist. Endlich kamen wir am Ayers Rock (Uluru), der im Uluru-KataTjuta Nationalpark liegt an und man konnte ihn schon von weitem sehen. Gigantisch, wie er da so steht mitten im Nichts. Einfach so. Der Ayers Rock, unter Aboriginals Uluru genannt, ist der zweitgrößte Monolith der Welt, nach dem Mount Augustus, der auch in Australien steht. Dieser ist zwar zweieinhalb mal größer, aber nur halb so spektakulär wie der Uluru. Uluru ist ca. 600 Millionen Jahre alt, 3,6 km lang, 2,4 km breit, 348 Meter hoch, 9,4 km Umfang und "wächst" noch etwa 6 km unter der Erde!!! Gehören tut er eigentlich den "Anangus", einem Aboriginalstamm, der ihn aber 1985 für 99 Jahre dem Goverment (so heisst hier der Staat) Australien "leasten", unter der Bedingung, dass der Stamm mitbestimmen darf.
Ayers Rock (Uluru) Ayers Rock (Uluru) Ayers Rock (Uluru) Ayers Rock (Uluru) Ayers Rock (Uluru) Ayers Rock (Uluru)

ABORIGINALS:

Mit der Fahrt zum Uluru haben wir etwas unsere Einstellung zu dem Volk geändert, aber trotzdem sehen wir immer noch betrunkene Aboriginals in großen Städten rumlungern und schreien. Die anderen, die ihrer Kultur treu sind, sieht man ja nicht, da die in ihren Kommunen sind und ihr Leben leben. Man sollte aber auch bedenken, dass vor vielen Jahren die Weißen in IHR Land kamen und sie mit Seuchen und Kulturen konfrontierten, mit denen dieses Volk nicht umgehen kann. Die Aborigianls leben hier in vielen kleinen Staaten, von denen jeder eine Art Grenze (Border) hat. Die Abos tauschen den Jungen ihre Generationsgeschichte aus und besitzen viel Wissen rund um die Natur. Sie sprechen eine eigene Sprache, schreiben nicht, malen nur, brauchen keinen Arzt und leben einfach, dass sie an die neue Generation austauschen. Jeder sollte sich eine eigene Meinung bilden. Klar ist es Jahre her und die Abos hätten sich schön langsam etwas anpassen können, wie zum Beispiel arbeiten gehen oder in Häusern leben, aber schließlich ist es IHR Land.


Ayers Rock (Uluru) Ayers Rock (Uluru) Wir fuhren kurz zum Camplager im Yulara Resort. Dort fehlt es an nichts. Kinokomplex, Shoppingcenters, Restaurants und viele verschieden Kategorien von Hotels und Campingplätzen, bevor wir uns gleich auf den Weg machten, den Mala-Walk zu erforschen. Malas sind kleine weibliche Felskänguruhs, nachdem ein Stamm und dann der Weg benannt ist. An Wasserlöchern, Höhlenmalereien und Höhlen vorbei ist es ein Teil des Uluru Base Wegs. Sehr aufschlußreich, da unser Führer uns einiges über die Kultur der Aboriginals erklärte. Dann aber schnellstens zum Sunset (Sonnenuntergang). Dazu gibt es extrige Sunset Parkbuchten. Beim Einfahrn zum Uluru fuhren wir an einer ca. 3 km langen Parkbucht vorbei, wo dann beim Rausfahren kein einziger Platz mehr frei war. Wahnsinn. Der Berg verändert jede Minute seine Farbe, sodass man mit Fotographieren nicht mehr aufhören kann. Zurück zum Camp und wieder mit Swag unter den Sternen geschlafen. In dieser Nacht regente es aber leicht, sodass wir Zuflucht unter dem Dach suchten. Davor stürzte Nini aber noch so dermaßen über einen Zaun, dass sie am nächsten Tag dunkelblaue Oberschenkel hatte. Am nächsten Tag gings wieder um 4.30 Uhr auf, um zu den Olgas auf Aboriginal "Kata Tjuta" zu fahren. Davor aber noch zum Sunrise am Uluru (Sonnenaufgang), wo Menschenmengen wie am Stachus warten, bis der gelbe Stern rausblinzelt und den Berg von orangene Farbtöne in rote verwandelt.
Valley of the Winds Der Kata Tjuta ist eine Felsformation mit insgesamt 36 "Köpfen" und hat in etwa die gleiche Gesteinstruktur wie der Uluru, nur nicht an einem Stück und ist etwa 50 km davon entfernt. Dieser Granitstein geht auch etwa 5,5 km in die Erde hinein. Wir gingen 6 km weit durch das "Valley of the Winds", die Olgas sind fast heiliger für die Aboriginals als der Uluru. Völlig geschafft zum Mittagessen, bevor uns der nächste lange Weg bevorstand. Der Base Walk um den Uluru rum - 10 km. Da es etwas stürmte, war der Climb (Aufstieg) geschlossen und wie wir sahen auch zurecht, da der Weg nach oben sehr steil am Felsen hoch geht und das alles nur an einer einzigen Leine. Bei uns würde sowas als Klettersteig ausgeschildert werden. Daher sterben dort auch jährlich einige Leute, da sie abstürzen oder Herzinfarkte erleiden. Wir hätten uns aber sowieso für den Base Walk enschieden, auf Rücksicht der Kultur der Aboriginals, da der Beg ja für sie heilig ist. Ayers Rock (Uluru)


Thorny Devil

Dort sahen wir auch einen sogenannten Thorny Devil, dornigen Teufel. Dies ist ein kleine Tierart gleicht etwas einem Salamander, aber auch einem winzigen Drachen. Auf dem Weg geht man an Wasserlöchern oder auch Felsenmalerien vorbei, wo auch ab und zu Fotographieren verboten ist und sogar mit 5000 $ Geldstrafe bestraft wird. Schön langsam entwickelte sich ein Sandsturm, sodass unser Susnet im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand fiel. Bevor wir zurück ins Camp fuhren besuchten wir noch das Kulturcenter wo nochmal die Geschichte der Ureinwohner beschrieben wird. Da man keinen Stein vom Rock mitnehmen soll, sind dort viele Briefe aus aller Welt die ihre mitgenommen Steine aus Rücksicht der Aboriginals oder aus Unglücksfällen wieder an ihre Herkunft zurückschickten.

Thorny Devil

Abends nochmal gemeinsames BBQ und am nächsten Tag wieder um 4.30 Uhr aufstehen, Camp aufräumen und zurück Richtung Alice, allerdings blieben wir nochmal etwa 30 km vom Uluru im Outback stehen um einen weiteren Sonnenaufgang zu bewundern. Mittags zurück im Backpacker und abends nochmal Treffen mit der Gruppe zum Abendessen, wo wir Kamellasagne und Kanguruhcurry probierten. Noch war unser "Urlaub" nicht zu Ende und am nächsten Tag gings nochmal mit einer Ein-Tages-Tour um 6 Uhr los, um die Western Mac Donnels zu besichtigen. Viele Wasserlöcher zum Schwimmen, Cattlestations, Schluchten, und zum Teil ausgetrocknete Flüsse, aber sehr schön. Heute hatten wir einen freien Tag und nutzen ihn für auschlafen, bummeln und Alice erforschen, bevor wir morgen mit einer weiteren Tour um 5.45 Uhr losfahren, zurück nach Adelaide zu unserem Jockel. Hoffentlich steht er noch so da und hat uns keiner was reingelegt! Auf halber Strecke machen wir aber noch über Nacht Halt in Coober Pedy, einer Opalgräberstadt wo die meisten aus Schutz vor der Hitze unter der Erde schlafen. Auch wir werden dort wahrscheinlich zum einzigen mal "unter" der Erde schlafen und am nächsten Tag hoffentlich wieder lebendig aufstehen und weiter nach Adelaide fahren.

See you soon

Auf der Rückfahrt nach Adelaide: Übernachten unter der Erde

09.10.2003 - E-Mail aus Melbourne

Coober Pedy Coober Pedy Coober Pedy Coober Pedy Coober Pedy Coober Pedy
In Alice wurden wir mal wieder um 5.45 früh morgens mit der Adventure Bus Tour abgeholt und wir fuhren ziemlich durch bis Coober Pedy, an die 700 km. Coober Pedy ist ziemlich "wüst". Die Leute wohnen hier zu 80 % unter der Erde als Schutz vor der Hitze, allerdings als wir dort waren, war es eher frisch und windig. Schon von weitem sieht man ewig viele Sandhügel, wie wenn kleine Kinder im Sandkasten spielen würden. Hier wird aber nach Opalen gesucht und zwar nach weißen, den sogenannten Gemstone-Opalen. Wir besuchten dort ein Museum und konnten sehen wie die Leute unter der Erde wohnen und wie hier früher gearbeitet wurde. Dann noch eine Rennbahn, wo gerade von richtigen Cowboys ein Pferderennen stattfand. Danach wurde noch mit Zeit gemessen, wo sie durch einige Stangen durch mussten und dann noch das gleiche mit Motocross Maschinen. Dies war natürlich interessanter und auch der Staub wirbelte mehr auf. Zum Sonnenuntergang gings zu den "Breakaways", dort wurden Wüstenfilme wie Mad Max gedreht. Auf den Weg dorthin fuhren wir an Mondsteinen vorbei, die gibts nur hier und sind schwarz und wer einen mitnimmt muss 5000.- $ Strafe bezahlen. Auch zieht sich hier der Dingo Fence durch (DingoZaun), dieser geht 9600 km durch ganz Australien und soll die Kuhherden vor den Dingos schützen.

Coober PedyCoober Pedy

Zurück im Ort und ab in unsere Behausung. Wir schliefen tatsächlich unter der Erde wo es die ganze Nacht angenehm 25 Grad hatte und stockdunkel war. Noch schnell Pizza essen für unsere Gruppe, die diesmal wieder aus 22 Leuten bestand. Schweitzer, Deutsche, Iren, Franzosen, Schweden, Holländer und Engländer. Näechster Morgen wieder 6 Uhr auf und ziemlich ohne Stopps nach Adelaide zurück, wo Gott sei Dank noch unser Jockl stand. Wir blieben eine Nacht und machten uns frühmorgens auf den Weg Richtung Great Ocean Road, vorbei an MT Gambier mit Weingebieten, Murray River, wo man mit Hausbooten rumdüsen kann und schon waren wir im Staat Victoria, wo die Uhr nochmal eine halbe Stunde vorgedreht wird.