Wir sind jetzt in Perth angekommen und es ist saukalt. Bis die Tage...
Alex und Nini
04.07.2003 - Reisebericht - Von Exmouth nach Perth
Von Exmouth weg fuhren wir nach Coral Bay, wo uns aber außer einem brutalen Unwetter nichts erwartete. Coral Bay ist sehr klein und ist (so glauben wir) so ziemlich der einzige nur auf Touristen ausgerichtete Ort an der Westküste. Wir blieben nur eine Nacht und fuhren weiter.
Nach einem weiteren Zwischenstopp an einem Roadhouse (da es doch immer so lange Strecken sind) kamen wir in Carnavon an und gingen gleich mal Angeln. Wir sind nun mit einer richtigen Angel und einer Handspule ausgerüstet. Und wir sind auch sehr erfolgreich. Das Angeln braucht halt viel Geduld. Wer die nicht hat, ist eben wie Alex nur fürs Töten und Ausnehmen zuständig.
Carnavon ist ein sehr fruchtbarer Ort und nachdem dort auch überall das Obst und Gemüse am Boden liegt, dachten wir, hier gibt es auch Arbeit. Aber dem war nicht so. Wir fuhren einen ganzen Tag von Farm zu Farm und alle Packhallen ab, aber Hilfe brauchte keiner. Dafür gibt es an den Straßen überall Gemüsestände wo man einen Dollar pro Tüte einwirft und sich dann mit Paprika, Zuchini, Tomaten, Mandarinen, Orangen, Bananen, Gurken, Kartoffeln.... eindecken kann. Sollte man unbedingt ausnützen. Weiter ging es über Denham nach Monkey Mia, das in der Shark Bay liegt. Shark Bay gehört wie Ayers Rock, Great Barrier Reef, Fraser Island Kakadu, Tasmanien, Tropen zum Weltkulturerbe von Australien (World Heritage) und ist Naturschutzgebiet. In Denham ist ein kleiner Hafen, wo gerade als wir ankamen, die Fischerboote einliefen und jede Menge riesiger Fische direkt vom Boot aus verkauft wurden. Wir brauchten natürlich keinen, sind ja selbst von dem Gewerbe :-).
In Monkey Mia fährt man in den Nationalpark und muss antürlich wieder zahlen. Aber die 9 Dollar sind die Delphine schon wert. Die kommen jeden Tag um 8 und um 10 Uhr und werden gefüttert. Man sollte sie aber nicht berühren, da passen die Ranger auf. Wenn man aber am Steg etwas wartet kommen die Deolphine immer wieder rein und man steht dann oft ganz alleien mit ihnen da. Manche sind richtig photogen. Sobald die merken sie werden photographiert, drehen sie sich und springen und schauen einen ganz liebevoll an. Süß die Dinger! Wir blieben dort zwei Tage, da zur selben Zeit noch ein Jugendcamp da war und die uns mit Vanillepudding und Chicken-Bällchen versorgten.
Danach fuhren wir wieder raus und machten noch halt bei Shell Beach, wo der ganze Strand nur aus kleinen Muscheln besteht und umringt ist von türkisblauem Wasser. Was sonst.
Ein weiterer kurzer Stop waren die Stromatholiten in Hamelin Pool. Das sind zwar "nur" Steine im Wasser, aber die ältesten Lebewesen überhaupt. Laut Führer sind es 3,45 Millionen alte, lebende Fossilien, die Sauerstoff enthalten und das umliegende Wasser doppelt so salzhaltig machen als woanders. Warum die hier sind, weiß irgenwie keiner, aber alt sind sie. Bei Ebbe sieht man sie am besten da dann das Meer die Steine freimacht. Wir waren leider bei Flut da und konnten sie nur durchs Wasser sehen. Wir fuhren weiter mit Stopp an einem 24-Stunden-Rastplatz, wo an die 20 Leute auch über Nacht blieben und fuhren dann vom Highway ab in den Kalbarri Nationalpark. Ca. 100 km davor fährt man noch im trockenen, sandigen, ausgedörrten Land, das dann schlagartig wechselt. Plötzlich waren wir voll im Grünen. Sehr witzig. Von da ab ist wieder alles grün, es gibt wieder dickere Kühe und jede Menge Schafe. Diese Gegend, so haben wir beschlossen, wäre ein Ort, wo man sich nieder lassen könnte. Aber natürlich nichts für uns. Neulich haben wir übrigens in einer Zeitung ein Flugangebot nach München Oktoberfest inklusive 8 Tagen Übernachtung für schlappe 750 Dollar gesehen. Das brachte uns kurz zum überlegen.
Kalbarri ist ein kleiner Fischerhafen, wo wir natürlich gleich wieder die Angel auspackten. Die Küste ist sehr felsig und überall ist rotes Gestein. Wir füllten dort unser Gebräu um, das wie wir feststellen mussten, Weißbier geworden ist, aber sehr lecker. Von Kalbarri gings weiter zu den Pinnacles in Cervantes. Im Wüstensand stehen da versteinerte Muscheln, die sich zu kleinen Türmen verformt haben, rum. Bei Sonnenuntergang kann man da sehr schöne Bilder schießen. Ist wiederum ein Nationalpark, wo man aber mit allen Fahrzeugen, auch mit unserm Jockel, auf Sand durch die Pinnacles fahren kann. Und schon waren wir in Perth. Die Stadt ist gar nicht so groß, wie man immer meint, aber sehr gemütlich. Sie ist umgeben von vielen Weingebieten, wo wir uns auch gleich mitten drin im Swan Valley einen Camper suchten. Die Tage machen wir Erkundungstour in Perth und schauen uns morgen ein AFL (Australien Football Rule) Spiel an. Ist ähnlich wie Rugby, nur interessanter und nicht so hart. Außer dass es saukalt ist, ist Perth eine schöne Stadt und im Sommermonat von Traumstränden umgeben. Wir haben uns schon mit PUllis eingedeckt und uns einen kleinen Heizer fürs Auto gekauft. In Perth gibts es sogenannte Streetcats. Das sind Busse in Farben rot, gelb und blau und die fahren kostenlos in der Stadt rum. Sehr gut als Stadtrundfahrt. Die Tage werden wir noch nach Fremantle fahren. Das ist ein eher jugendlicher Stadtteil und in Northbridge etwa weg gehen, wo ein Pub und eine Kneipe nach der anderen ist.
Ach ja, seit zwei Wochen sind die Wale da. Die schwimmen von unten hoch in die wärmeren Gewässer, um hier ihre Jungen zu gebären. Die ersten sind schon gesichtet worden. Hoffentlich sehen wir auch bald welche.
22.07.2003 - Wir sind immernoch in Perth
Seit 2 Wochen wohnen wir bei Vince, einem Australier,den wir auf der Reise kennengelernt haben. Der wohnt direkt am Strand, wo wir jeden Tag sind und das Meer und die schönen Sonnenuntergänge anschauen. Das Haus hat alles, was man braucht und Alex lernt fleißig Schlagzeug, da Vince ein Musiker ist. Voll der Profi.
Das AFL Spiel ist übrigens knapp für Freemantle ausgegangen. Die Regeln mal ganz kurz: Das Feld ist oval und der Ball übrigens auch. Die Spieler versuchen, den Ball in ein Tor zu kicken, das aus zwei hohen Pfosten besteht. Trifft man mittendurch sind es 6 Punkte, daneben vorbei 1 Punkt. Da sind auch noch zwei Pfosten auf jeder Seite. Fängt der Mitspieler den Ball nach mindestens 10 Metern aus der Luft, darf er ohen angegriffen zu werden mit dem Fuß kicken. Alles andere, so wie es uns scheint, ist erlaubt. Also manchmal ganz schön hart. Aber sehr lustig und spannend. Kappiert???
Wir haben eine Zeit lang versucht, eine neue Versicherung fürn Jockel zu bekommen, da unsere alte ausgelaufen ist. Aber das war gar nicht so einfach. Die meisten Agenturen wollen keien Backpacker versichern und der einzige Backpacker Autoverischerung in Perth ist sauteuer. Wir haben jetzt die Adresse von Vince als unseren Wohnsitz angegeben und zahlen jetzt für ein Jahr ein Fünftel, was wir für die Backpackerversicherung im halben Jahr gezahlt hätten. Krass oder?
Freemantel ist sehr schön mit alten Häusern und vielen Kneippen genauso wie Northbridge und viele andere Stadteile in Perth. Wir waren schwimmen (im Hallenbad aber, das Meer ist a wengal frisch), Fischen mal wieder, Auf Märkten, im Kings Park und haben unsere ersten Wale gesehen. Allerdings zu weit weg um Fotos zu machen. Aber mit einem Guggerl sieht man sie schon ganz schön gross.
Mehr ist momentan nicht los, aber die Tage fangen wir wieder zum arbeiten an.
Bis dann aus dem momentan kühlen Perth.